Aktionspläne als Sprungbrett

Wie „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ durch die Hintertür doch an Schulen kommt

Die Aktionspläne der Landesregierungen „gegen Homophobie“ oder „Für Akzeptanz und gleiche Rechte“ werden immer mehr zum Sprungbrett der LSBTTIQ-Lobby, ihre Agenda in der Landespolitik wirkungsvoll umzusetzen.Dies betrifft bei weitem nicht nur Baden-Württemberg, wo sich diese Entwicklung am deutlichsten zuspitzte, sondern auch den hohen Norden der Republik. Jüngstes Beispiel ist der Landesaktionsplan für die Gleichstellung und Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt in Mecklenburg-Vorpommern, der am 26.11.2015 vom Landtag in Schwerin beschlossen wurde. Sprachlich ist der Landesaktionsplan schon „auf der Höhe der Zeit“ und setzt das orwellsche Gender-Sprech konsequent um, das auf dem Parteitag der Grünen am 18.11.2015 beschlossen wurde. Dort hieß es: „transsexuelle, transgender und intersexuelle Personen würden so unsichtbar gemacht und diskriminiert“, dass mit dem Gendersternchen Abhilfe geschaffen werden soll. Der Landesaktionsplan kürzt das Buchstabenungetüm mit Hilfe des Gender*sternchens ab, hin zu LSBT*I.

Gender, und immer wieder Gender als ideologischer Kitt

Wie sehr die Durchdringung des Denkens in Kategorien von Gender (als dem sogenannten sozialen Geschlecht) statt Sex (dem biologischen Geschlecht) vorangeschritten ist, zeigt, dass es in der Sexualerziehung längst nicht mehr um Biologie geht: „Im Ziel der Sexualerziehung sind alle Tatsachen und Bezüge zur Geschlechtlichkeit des Menschen enthalten. Dazu gehören auch die sexuelle Orientierung und Identität. Das Selbstverständnis dafür muss weiter geschärft werden“ (Landesaktionsplan, S. 10). In Fragen der sexuellen Orientierung und der „sexuellen Identität“ müsse das pädagogische Personal besser qualifiziert werden, sprich auf LSBTTIQ-Linie gebracht werden, um auf die Fragen der Pluralität besser reagieren zu können. Die Thematik soll „normalisiert“ werden, um ein Klima der Toleranz und Akzeptanz zu schaffen.

Aktionsplan-Dilettanten aller Länder vereinigt euch

Dem Linguisten und Soziologen Martin Voigt ist es zu verdanken, dass er in der FAZ vom 3.12.2015 die wiederholten Versuche der schleswig-holsteinischen Sozialministerin Kirstin Alheit, den Aktionsplan zum Laufen zu bringen, offengelegt hat. Die verzweifelte Suche nach „Regenbogenfamilien“ in Schleswig-Holstein, die neue Normalität signalisieren sollten, geht einher mit der „kindgerechten“ Erklärung für Leihmutterschaft, Geschlechtsumwandlung und Polygamie in einem Diktat für Drittklässler. Das dilettantische Verhalten der Ministerin passt zu den schrägen Inhalten, mit denen die Schüler Schleswig-Holsteins bespaßt, pardon aufgeklärt werden sollen. Die Vehemenz, mit der versucht wird, schon Kindern ihre angebliche Homophobie auszutreiben und für sexuelle Orientierung und „sexuelle Identität“ zu sensibilisieren, zeigt nicht nur, wie emotional und sexuell aufgeladen die gesamte Situation ist. Das Sexualisierende wird zum vorherrschenden Blick auf die Außenwelt.

Muster, die den Aktionsplänen zu Grunde liegen

Welche Muster zeigen sich aus den Ereignissen um die Aktionspläne in Baden-Württemberg, Niedersachsen und aktuell in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein?

  • Der Weg in die Schulen läuft häufig nicht über die Kultusministerien, sondern über die ressortübergreifenden Aktionspläne, die aus den Sozialministerien kommen. Das ist kein Zufall, ist deren Personal schon seit Jahren über die universitären Gender Studies und das Gender Mainstreaming sensibilisiert. Eindrücklich erkennbar wurden die Unterschiede zwischen den ministerialen Weltsichten an den verschiedenen Beteiligungsworkshops des baden-württembergischen Aktionsplans. Dort saßen die gender-affinen Damen des Sozialministeriums neben den Protagonisten der Community und den Herren aus dem Kultusministerium mit adrett sitzenden Krawattenknoten im Stuhlkreis. Bei letzteren konnte man an den Blicken ablesen: „Ach du liebe Güte – wohin bin ich hier nur geraten?“
  • Die Kampagnen für die Akzeptanz sexueller Vielfalt stellen immer eine Speerspitze der Gleichstellungspolitik dar, die sich von einer Politik, die sich für die Gleichberechtigung von Mann und Frau einsetzt, längst verabschiedet hat.
  • Die Aktionspläne zielen auf eine geräuschlose Umsetzung durch die Landesregierungen. Eine Diskussion in den Landtagen findet kaum oder nicht statt. Die Öffentlichkeit soll vom Paradigmenwechsel überrumpelt werden.
  • Die Materialien für die Schulen und pädagogischen Einrichtungen aus der LSBT-Szene sind weder pädagogisch durchdacht noch altergerecht aufgearbeitet. Noch ist bei den seriösen Schulbuchverlagen eine deutliche Skepsis zu spüren, diese Inhalte aufzunehmen.
  • Die Aktionspläne zielen auf eine langfristige staatliche Alimentierung einer Lobby mit wenig Sinn für das Gemeinwohl. Umso mehr ist sie mit missionierendem Eifer beseelt, ihre Partikularinteressen an den Mann zu bringen.
  • Die „wissenschaftliche“ Argumentation für die Aktionspläne, die die „Grundschule als homophoben Ort“ brandmarkt, kommt meist aus der Feder von Ulrich Klocke, einem Psychologen an der Humboldt-Universität zu Berlin. Dessen Methodik hebt sich durch politischen Aktivismus und Suggestivfragen hervor und kann unter dem Label Junk Science verbucht werden.

Der pädagogische Geist, der von den Vorkämpfern der „Sexualpädagogik der Vielfalt“ ausgeatmet wird, wird nun von staatlich gut durchfinanzierten Organisationen, die sich auf dem Markt der schulischen „Sexualaufklärung“ tummeln, verbreitet und liefert einer pornografisch vorgebildeten Teenager-Generation ihr pädagogisches Okay.

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